Frank Wolf | Chief Strategy Officer und Mitgründer von Staffbase
... sieht das Potenzial von ChatGPT in der Kategorie „High School or less“
Liebe KI-Fans,
das ist der erste Staffbase Employee AI Newsletter und eigentlich sollte ich den mit irgendeiner beeindruckenden KI-Statistik beginnen. Aber ich kenne euch. Ihr wollt bestimmt lieber erst eine gute Geschichte hören, die dann irgendwas mit der Statistik zu tun hat. Ok. Ihr habt es so gewollt:
Ich liebe Frühstück, das ist schon immer meine liebste Mahlzeit. Letztes Jahr habe ich aber zwei Dinge geändert, die dringend nötig waren:
Nummer eins: ich esse weniger Zucker und mehr Ballaststoffe und Eiweiß. Ich habe immer gedacht, das schmeckt dann nicht, aber ich hatte ja keine Ahnung!
Nummer zwei: Ich nehme mir morgens bewusst mehr Zeit für sogenannte „Slow Mornings“. Wenn ich in Ruhe dasitze und esse, bleibt jeden Morgen eine Stunde, um durch die aktuellen News zu gehen. So kann ich selbst bei extrem schnelllebigen Themen wie KI auf dem Laufenden bleiben.
Damit ihr beim Frühstück nicht selbst durch 20 Quellen scrollen müsst, haben wir diesen Newsletter ins Leben gerufen: Wir – abwechselnd tolle Gastautor*innen und ich – liefern euch die spannendsten und wichtigsten Neuigkeiten aus der Welt von KI für Mitarbeitende. Let's go:
Vergangene Woche sind zwei spannende KI-Studien erschienen, eine von OpenAI und eine vom PEW Research Center. Hier meine Learnings daraus:
#1 Frauen übernehmen das Ruder
KI ist kein reines Tech-Männer-Thema mehr: Laut OpenAI waren anfangs etwa 80 % der User männlich, aber nun sind Frauen in der Mehrheit. Und sie nutzen ChatGPT besonders stark für Schreiben und praktische Hilfe – genau die Felder, die für Kommunikation entscheidend sind.
Laut PEW nutzen 33 % der Männer KI fast täglich („mehrmals am Tag“), aber nur 28 % der Frauen. Aber wie passt das mit den Ergebnissen von OpenAI zusammen? Ganz einfach: Die Frauen, die KI einsetzen, nutzen es offensichtlich besonders intensiv und vielfältig.
#2 KI ist immer noch White Collar-first – aber die Masse sitzt woanders
Die OpenAI-Daten zeigen, dass KI derzeit vor allem ein Werkzeug für Hochqualifizierte ist:
57 % der Nachrichten in Computer-Jobs sind arbeitsbezogen
50 % in Management & Business
48 % in Ingenieur- und Wissenschaftsberufen
Am unteren Ende: Non-Professionals mit 40 %
Das deckt sich mit PEW: Je höher der Bildungsgrad, desto stärker die Nutzung. 46 % der Postgrads nutzen KI mehrmals täglich, bei „High School or less“ sind es nur 20 %.
KI ist heute vor allem ein Tool der hochqualifizierten Jobs, die am Schreibtisch stattfinden. Die Zahlen machen aber auch klar, dass es sehr viel Potenzial in den Bereichen gibt, in denen die Mehrheit arbeitet: eben nicht am Schreibtisch. Dort ist KI bisher wenig angekommen – und genau dort gibt es viel Potenzial.
#3 Die Qualität der Interaktionen steigt
Einen hab ich noch: Nicht nur die Nutzung wächst, auch die Qualität. Am Anfang lag der Anteil „guter“ Interaktionen bei rund 50 %, heute bei über 70 %. Gleichzeitig sind die „schlechten“ Interaktionen gesunken – von fast 40 % auf unter 20 %.
OpenAI misst die Qualität der Interaktionen, indem sie die nächste Eingabe nach einer KI-Antwort analysieren. Aus dieser folgenden Nachricht der Nutzenden lässt sich ableiten, ob sie zufrieden waren – oder eben nicht. Spannend ist, dass die Zufriedenheit über die Zeit klar gestiegen ist.
Diese Prozente können ein guter Benchmark sein, wenn wir KI-Chatbots in der internen Kommunikation oder im Intranet einsetzen. So lässt sich ein Zielwert ableiten, an dem man sich orientieren kann. Natürlich gilt auch hier: Je spezifischer ein Anwendungsfall, desto besser kann man ihn abbilden. Deshalb sollte das Ziel sein, die Nutzungszufriedenheit pro Interaktion intern noch weiter zu steigern.
Warum steigt die Qualität überhaupt? Zwei Dinge liegen nahe: Erstens, die Systeme selbst sind besser geworden. Zweitens, die Nutzenden haben gelernt, wie man KI richtig einsetzt – welche Fragen man stellt, wie man Ergebnisse prüft, wie man KI sinnvoll in den Arbeitsalltag integriert.
Fazit: KI ist kein Nischenthema mehr. Sie wird breiter, klüger und praktischer – und genau das macht sie für Kommunikation, HR und Mitarbeitende so spannend. Ich bin gespannt auf deine Gedanken dazu!
Dein
Über den Autor: Frank Wolf ist Mitgründer der Employee Experience Plattform Staffbase. Als Chief Strategy Officer widmet er sich Zukunftstrends in der Unternehmenskommunikation, hat kürzlich sein zweites Buch „The Narrative Age“ veröffentlicht und gilt als Vordenker beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Kommunikation.
3 weitere KI-Trends:
📣 Transparenz & Kennzeichnung: KI-generierte Inhalte müssen zunehmend sichtbar gekennzeichnet werden (EU-KI-Verordnung), was neue Richtlinien in der Unternehmenskommunikation nötig macht.
📣 Multimodale Gen-KI & Deepfakes:Synthetische Medien (Audio/Video/Bild) werden realistischer und riskanter – Comms-Teams müssen Authentizität sichern und Missbrauch vorbeugen.
📣 AI Overviews in der Suche:Google & Co. ersetzen traditionelle Suchergebnisse vermehrt durch KI-Zusammenfassungen, was Reichweite & Sichtbarkeitsstrategien radikal verändert. Content-Strategien und PR-Texte müssen auf „Antwort-Tauglichkeit“ optimiert werden.
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