Warum KI längst Realität ist und welche Signale zeigen, dass die Bewegung schon begonnen hat.
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Frank Wolf

Frank Wolf | CSO und Mitgründer von Staffbase

... mit der Frage, ob KI Hype, Blase – oder einfach der Anfang ist.

Liebe KI-Fans,

ich war diese Woche in Austin wegen einer der größten Kommunikationskonferenzen in den USA. Wenn man dort ankommt, hat man das Gefühl, ein paar Jahre in die Zukunft gereist zu sein. Auf den Straßen fahren Waymo-Roboterautos herum, als wäre das längst Alltag, und zwischendurch rollt ein kleiner Pizza-Roboter über den Bürgersteig, der offenbar genau weiß, wohin er muss. Niemand schaut hin, niemand fotografiert das, es ist einfach Teil des Stadtbilds.

Dieser Satz, der gerne in Keynotes auftaucht, war selten so greifbar wie dort:
„Die Zukunft ist schon da – sie ist nur ungleich verteilt.“

Avride Lieferroboter in Austin

Und in Deutschland? Eine ganz andere Frage

KI steckt in dieser Zukunft natürlich überall mit drin, aber in Deutschland dominiert im Zusammenhang mit KI aktuell etwas anderes:
Ist KI eine Blase – und wenn ja, wie groß?

Es ist eine verständliche Frage. Wenn man auf die Börsen schaut, könnte man zu diesem Schluss kommen. Der Nasdaq ist auf einem Allzeithoch, Aktien sind so hoch bewertet wie seit der Dotcom-Zeit nicht mehr, und die Medien stürzen sich dankbar auf diese Parallelen. Ich habe den Dotcom-Crash selbst erlebt und damals nicht nur zum ersten Mal in Aktien investiert, sondern auch fast alles davon verloren.

Warum der Dotcom-Vergleich nur oberflächlich passt

Aber nach diesen Tagen in Austin ist mir wieder sehr klar geworden, dass dieser Vergleich nur oberflächlich funktioniert. In der Dotcom-Phase waren die Bewertungen astronomisch, aber die Realität dahinter war dünn: langsame Infrastruktur, komplizierte Nutzung, kaum tragfähige Geschäftsmodelle und ein Internet, das noch weit davon entfernt war, ein Alltagsmedium für alle zu sein.

Heute ist die Situation völlig anders. Die Geschwindigkeit, mit der KI jetzt schon Dinge verändert – in unserem Alltag, in unserer Arbeit, in der Art, wie wir Informationen suchen und verarbeiten –, hat nichts mit damals zu tun. Das ist keine futuristische Vision, das passiert hier und jetzt bei jedem von uns.

Auf der Konferenz selbst war das ähnlich. Eine Kommunikationsverantwortliche von Microsoft hat erzählt, wie sie ihr neues internes Purpose Statement entwickelt haben – ein Prozess, der sonst zwölf Monate dauert und diesmal mit intensiver KI-Unterstützung in zwölf Wochen abgeschlossen wurde. In einem anderen Vortrag wurde berichtet, dass Führungskräfte bei der Frage, ob sie lieber eine KI oder einen Menschen als Redenschreiber hätten, zunehmend die KI wählen würden. Und überall ging es darum, wie KI bestehende Abläufe verändert oder komplett neu erfindet.

Man könnte denken, drei Jahre nach ChatGPT sei das Thema langsam durchdiskutiert, aber das Gegenteil war der Fall. Nahezu jede Session, in der KI vorkam, war voll, und auf den Fluren hörte man ständig dieselben Sätze: „Es ist größer, als wir dachten“, „Wir müssen uns viel intensiver damit beschäftigen“, „Wir hinken hinterher.“
Und das nicht aus einer Panik heraus, sondern eher aus dem Gefühl: Das ist real. Das verändert unsere Arbeit bereits. Und wir müssen uns jetzt darauf einstellen.

Ein Mechanismus, der alles beschleunigt

Dieses Gefühl entsteht gerade überall. Egal, auf welcher Konferenz man unterwegs ist – die Menschen fahren nach Hause und sagen: Wir müssen uns mehr mit KI beschäftigen.
Und genau das setzt jetzt einen selbstverstärkenden Mechanismus in Gang: Nicht nur ein paar große Tech-Firmen investieren weiter Milliarden, sondern Tausende Unternehmen weltweit beschleunigen ihre eigenen Pläne und Budgets.

Blase oder Anfang?

Vor diesem Hintergrund fühlt sich die Frage „Ist KI eine Blase?“ für mich anders an.
Finanziell können Märkte übertreiben, das haben sie schon immer getan.

Aber in Unternehmen, im Arbeitsalltag, in der Art, wie wir kommunizieren und Entscheidungen treffen, wirkt das alles nicht wie eine Blase.
Überall nehmen Teams Fahrt auf, Projekte entstehen, Budgets werden angepasst.
Die Bewegung ist längst da.

Die einzige offene Frage für jeden Einzelnen ist:
Bewegt man sich selbst – oder wird man bewegt?

Lasst es euch gutgehen und genießt die Weihnachtszeit!

Dein

Frank Signature

Über den Autor: Frank Wolf ist Mitgründer der Employee Experience Plattform Staffbase. Als Chief Strategy Officer widmet er sich Zukunftstrends in der Unternehmenskommunikation, hat kürzlich sein zweites Buch „The Narrative Age“ veröffentlicht und gilt als Vordenker beim Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Kommunikation.

PS: Wer die Finanzperspektive spannend findet: Ich kann den Podcast „Alles auf Aktien“ empfehlen, besonders die Samstagsfolge mit einem der besten Fondsmanager in Deutschland - Axel Beckers. Seine Einschätzung ist ähnlich: Wir stehen noch am Anfang der KI-Welle.

PSS: Noch eine Empfehlung für alle, die gerne englischsprachige Podcasts hören:
Der großartige Podcast Acquired, der sich seit vielen Jahren mit der Geschichte legendärer Unternehmen beschäftigt, hat einen Deep Dive in die KI-Entwicklung von Google veröffentlicht. Und während man das hört, versteht man schnell: Google hat einen großen Teil dieser Geschichte nicht nur begleitet, sondern maßgeblich geprägt. Eigentlich hört man dort die komplette KI-Geschichte der letzten 20 Jahre.

Spannend ist dabei nicht nur der historische Blick, sondern auch, wie klar wird, wie sehr KI-Technologien bei Google bereits heute Kosten senken und gleichzeitig Umsatz erhöhen. Das gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was passiert, wenn diese Technologien in der Breite in Unternehmen aller Branchen ankommen – und auch nur annähernd so effizient genutzt werden wie dort.

3 weitere KI-Trends:

📣 Daten- & Analyseorientierung: Kommunikationsabteilungen nutzen KI zunehmend zur Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung.

📣 Echtzeit-Monitoring & Frühwarnsysteme: KI analysiert Social Media, News und interne Channel in Echtzeit und warnt vor aufkommenden Krisen oder Reputationsrisiken.

📣 Verantwortung & Transparenz stehen im Fokus: Mit steigender KI-Nutzung wächst der Anspruch, KI-Einsatz in der Kommunikation transparent, fair und ethisch zu gestalten.

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