Mona Feder | Co-Founderin und CEO U.S. bei doinstruct
.. über die Roadshow, die CWS Hygiene aus der Login‑Falle holte.
Hallo liebe IKone,
einer der wichtigsten Indikatoren für operativen Erfolg ist die Fähigkeit eines Unternehmens, sich an Veränderungen anzupassen. Ob regulatorische Änderungen, neue Prozesse, Technologien oder eine neue Produktlinie – Anpassungsfähigkeit ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Und doch sehe ich immer wieder dasselbe Muster, über Standorte, Branchen und Teams hinweg.
Ein neuer Prozess wird eingeführt. Ein System ausgerollt. Ein Standard aktualisiert. Nachrichten gehen von der Zentrale raus. Führungskräfte werden gebrieft. Dann steht es auf dem Shopfloor …
Ein Standort interpretiert die Änderung so. Ein anderer passt sie an seinen Schichtbetrieb an. Vorgesetzte greifen korrigierend ein. Erste Workarounds entstehen. Ein paar Tage später laufen drei Versionen desselben Prozesses parallel. Abweichungen schleichen sich ein. Mitarbeitende sind verunsichert, der Ablauf stockt.
Auf dem Papier wurde die Änderung umgesetzt. In der Realität ist ihre Umsetzung jedoch gescheitert.
Genau hier scheitern die meisten Initiativen. Nicht an der Strategie – sondern auf den letzten Metern.
Kommunikation ist ein wichtiger Faktor auf diesem Abschnitt. Sie schafft Bewusstsein und erklärt das „Warum“ hinter der Veränderung. Wenn sie gut gemacht ist, sorgt sie für Klarheit darüber, was sich ändert und was das für die einzelnen Teams bedeutet. Das ist jedoch nicht dasselbe wie Handlungsfähigkeit.
Eine Botschaft kann zwar alle Mitarbeitenden erreichen, aber dennoch offene Fragen hinterlassen:
● Was muss ich in meiner nächsten Schicht anders machen? ● Wie mache ich das konkret? ● Was tue ich, wenn ich nicht weiterkomme? ● Warum ändern wir etwas, das bisher funktioniert hat?
Je nach Rolle, Schicht oder Standort wird dieselbe Botschaft unterschiedlich verstanden. Je größer die Organisation, je mehr Standorte, Sprachen und Variablen im Spiel sind, desto schneller läuft alles auseinander. Selbst wenn alle die Änderung verstehen, bedeutet das nicht automatisch, dass sie sie unter realen Bedingungen konsistent umsetzen können.
Genau hier setzen Schulungen an.
In vielen Unternehmen gibt es Schulungen. Allerdings sind diese vom Moment der Veränderung abgekoppelt. Sie liegen in einem separaten System. Sie kommen zu spät. Oder sie erfassen lediglich, ob jemand eine Schulung abgeschlossen hat. Nicht, ob die Person die Aufgabe im Arbeitsalltag tatsächlich ausführen kann.
„Kommunikation beantwortet die Fragen: Was ändert sich und warum? Schulungen beantworten die Frage: Was muss ich anders machen und kann ich es richtig umsetzen?“
Werden Kommunikation und Schulung zusammen gedacht, sieht das Ergebnis anders aus. Anweisungen sind auf die jeweilige Rolle zugeschnitten und nicht generisch. Updates kommen in der richtigen Sprache an. Alle Standorte arbeiten mit derselben Version. Vorgesetzte verbringen weniger Zeit mit Korrekturen und mehr Zeit damit, Abläufe zu steuern und zu optimieren.
Das zeigt sich auch in den Zahlen. Es gibt weniger Nacharbeit und Abweichungen, das Onboarding neuer Mitarbeitender erfolgt schneller und neue Prozesse werden zügiger umgesetzt. Zudem sind Audits vorhersehbarer.
Genau hier scheitern viele Digitalisierungsprojekte.
Nicht die Tools führen Prozesse aus, sondern die Mitarbeitenden. Bevor du also neue Tools einführst, solltest du dir folgende Frage stellen: Führen sie zu konsistentem Handeln auf dem Shopfloor? Wenn nicht, spielt das System dahinter keine Rolle.
Digitalisierung funktioniert nur, wenn alle Mitarbeitenden die Botschaft erhalten, sie in ihrem Kontext verstehen und sie richtig anwenden können. Und das in jeder Schicht, an jedem Standort und in jeder Sprache.
Beim nächsten VOICES-Event teile ich ein konkretes Praxisbeispiel: Wie wir unserem Kunden, der HORSCH Maschinen GmbH, geholfen haben, genau diese Herausforderungen zu lösen, und was es braucht, damit Veränderungen nachhaltig wirken. Ich freue mich, dich dort zu sehen.
Viele Grüße
Über die Autorin: Mona Feder ist Mitgründerin und CEO U.S. bei doinstruct, der Frontline Operational Excellence Plattform, die Sicherheit, Qualität und Effizienz verbessert, indem Training direkt in den Arbeitsalltag integriert wird. Aufgewachsen in einer Handwerkerfamilie verbrachte Mona ihre Sommer in den Produktionshallen von Rohr-, Dichtungs- und Automobilherstellern – und erlebte früh, wie stark die richtigen Prozesse die Leistung eines Unternehmens prägen. Heute verantwortet sie den Aufbau des US-Geschäfts und bringt ihre Expertise in Digitalisierung und Produktentwicklung in eine Mission ein, hinter der sie persönlich steht: Training direkt in den Arbeitsalltag zu integrieren, damit Frontline-Teams Prozesse nicht nur befolgen, sondern wirklich beherrschen.
👉 Schulungen: Einen Überblick über alle Schulungen, die wir anbieten, findest du hier.
👉 Webinar: Nach den Schulungen ist vor den Messungen: Wie genau du deinen Erfolg in der IK misst und was dabei in der Praxis wichtig ist, findest du hier als Aufzeichnung.
👉 Produkt: Damit du die Bedürfnisse jedes Teams umsetzen kannst, brauchst du natürlich ein Intranet, das das auch umsetzen kann. Hier findest du einige Beispiele, wie du dein Intranet personalisieren kannst.
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