Julie Duske | Principal Internal Communication Manager
… würde sich selbst als Wortmensch bezeichnen, die sich jetzt trotzdem freiwillig in Dashboards verliert! 📊
Hallo liebe IKone,
weißt du, welche Zahl mich letzte Woche nicht mehr losgelassen hat? 17 %. So viele IK-Teams arbeiten laut Trendmonitor mit einer dokumentierten Strategie. Heißt im Umkehrschluss: Bei 83 % fehlt die Grundlage, um überhaupt sinnvoll zu messen, ob die eigene Arbeit etwas bewirkt. Und ehrlich? Egal auf welcher Seite der Zahl man steht – die Frage „Woran würden wir eigentlich merken, dass es funktioniert?" stellt sich trotzdem.
Genau darum ging es in unserem Webinar zur Wirkungsmessung letzte Woche. Mit dabei: Thomas Mickeleit (Kommunikation neu denken, ehemals Kommunikationschef Microsoft Deutschland). 55 Minuten, in denen ich als Expertin selbst dauernd zwischen „Ja, genau“ und „Oh, da haben wir auch noch Luft nach oben“ hin und her gependelt bin. Die wichtigsten Gedanken daraus habe ich für dich zusammengepackt.
🤯 Die Zahlen, die ins Grübeln bringen
Mehr als die Hälfte der IK-Teams misst gar nicht. 63 % sind unzufrieden mit ihrer Sentiment-Messung. 39 % haben niemanden im Team, der für Daten verantwortlich ist. Das ist keine Statistik-Dusche zum Frustrieren – es ist eine ziemlich präzise Landkarte dafür, wo wir gerade stehen. Die gute Nachricht: Wir sind nicht allein.
🧭 Ohne Strategie kein Kompass
Ein Satz von Thomas geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf: „Wenn du hinterher Datenpunkte suchst, mit denen du deinen Erfolg nachweisen kannst, ist das unredlich – dir selbst und anderen gegenüber.“ Autsch. Aber wahr.
Die Grundlage für jede sinnvolle Messung ist eine Strategie auf drei Ebenen: strategisch (warum machen wir das überhaupt?), taktisch (welche Themen, welche Botschaften?) und operativ (welche Formate, welche Kanäle?). Klingt simpel. Ist es aber nur, wenn man es wirklich aufschreibt, regelmäßig überprüft und nicht alleine vor sich hin werkelt, sondern crossdisziplinär mit PR, Marketing und HR zusammendenkt.
🤓 Ein Data Nerd: Nicht geboren, sondern gefunden
Ich bin ehrlich gesagt nicht der Zahlenmensch. Ich liebe Worte. Aber ich habe eine Kollegin, die sich bei uns liebend gerne auf Daten stürzt. Und ich glaube, eine solche Person gibt es eigentlich in jedem Team.
Die gute Nachricht: Diese Person muss keine volle Stelle sein. Das können sich die wenigsten leisten. Es reicht, wenn jemand im Team sagt: „Das mache ich gern.“ Du musst sie nur finden.
🎯 Vom Reporting ins Steuern
Einer meiner Lieblings-Datenpunkte ist unsere Stickiness-Rate: Wie oft kommen Mitarbeitende zu einem Beitrag zurück? Manche Artikel haben eher mittelmäßige Reichweite, aber extrem hohe Rückkehrrate – und das sagt mir viel mehr darüber, was Menschen wirklich beschäftigt, als ein schneller Klick.
Genauso spannend: Sentiment über den Verlauf einer Kampagne. Wenn wir unsere Produktstrategie anpassen, will ich nicht nur wissen, ob der Montagspost gut ankam. Ich will sehen: Ziehen die Leute mit? Wo klafft noch ein Gap in unserer Erzählung? Das ist der Moment, in dem aus „Reporting" echtes Steuern wird.
👥 Personas, auch intern? Ja. Dringend.
Wir haben bis zu vier Generationen gleichzeitig im Unternehmen. Jede hat andere Informationsbedürfnisse. Das Marketing arbeitet seit Ewigkeiten mit Personas – warum wir in der IK so lange gezögert haben, ist mir schleierhaft. Bei uns bei Staffbase sehen wir das konkret: Engineering und Vertrieb sind von außen beides „Tech-Menschen" – aber Ansprache, Formate und Kanalpräferenzen unterscheiden sich deutlich.
💡 Mein wichtigstes Take-Away
Fang nicht mit den Tools an. Fang mit den Zielen an. Welche Themen wollen wir dieses Jahr wirklich bewegen? Welche Verhaltensänderungen sollen unsere Maßnahmen auslösen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, werden Dashboards wirklich wertvoll. Ansonsten sammelst du nur schöne Zahlen. Und schöne Zahlen sind nicht dasselbe wie Erkenntnis.
Viele Grüße
Über die Autorin: Julie Duske ist Internal Communications Managerin bei Staffbase und gehört seit fast 10 Jahren zum Unternehmen. Ihre Staffbase-Reise begann im Customer Success Management – dort lernte sie die Bedürfnisse von IK-Teams aus erster Hand kennen, bevor sie sich selbst initiativ auf eine noch nicht ausgeschriebene Stelle in der internen Kommunikation bewarb. Heute verantwortet sie mit ihrem Team die interne Kommunikation für über 800 Mitarbeitende weltweit, ist regelmäßig auf Bühnen wie der VOICES oder in LinkedIn Lives zu erleben und spricht besonders gern über die Themen Wirkungsmessung, Change-Kommunikation und CEO-Kommunikation.