Andrea Holstein | Head of Corporate Communications bei Mubea
… lotst ihre Azubis mit einem KI-Podcast durch den News-Dschungel.
Hallo liebe IKone,
mal ehrlich: Wann hattest du zuletzt das Gefühl, dir würden Informationen fehlen? Eben. Das Problem in den meisten Unternehmen ist heute nicht zu wenig Content. Es ist, den Überblick zu behalten.
Bei uns heißt die zentrale Anlaufstelle für den Überblick We@Mubea – App und Intranet in einem. Seit fünf Jahren wissen weltweit alle: Wenn es etwas Neues gibt, findet man es hier. Aber ein Kollege hat letztens perfekt zusammengefasst: „We@Mubea ist mittlerweile so groß geworden, dass man leicht den Überblick verliert." Wir haben also kein Content-Problem. Wir haben ein Einordnungsproblem.
Genau da setzt unser jüngstes Experiment an: ein KI-generierter Podcast, getestet mit unseren Azubis und Studierenden. Warum diese Gruppe? Für sie ist alles neu – die Inhalte, die Strukturen, sogar die Idee, dass ein Unternehmen eine eigene Kultur und eigene Werte hat. Die schiere Menge wirkt für sie noch erschlagender als für uns. Gleichzeitig sind sie Podcast-affin und geben großzügig Feedback.
Die Logik dahinter ist simpel: Am Anfang steht der viele, sehr unterschiedliche Content. Die KI fasst zusammen, priorisiert und – das ist der Kern – vereinfacht. Aus einem technischen Fachartikel werden zwei verständliche Minuten, nach denen man selbst entscheidet, ob man tiefer einsteigt. So reduziert KI nicht die Inhalte, sondern die Komplexität.
Das Entscheidende kommt aber danach: der Kontext. Wir geben der KI alles mit, was unsere Kultur ausmacht – Tone of Voice, Werte, Leitlinien. Sie verknüpft eine Produktneuheit dann ganz beiläufig mit dem, wofür wir stehen. Nicht plakativ, sondern eingebettet in die Story. So sagt der Podcast nicht nur, was passiert ist, sondern hilft zu verstehen, was es für uns bedeutet.
Und dann ist da diese menschliche Schicht, die mich selbst überrascht hat: eine persönliche Begrüßung mit Namen, ein „Lass uns dem Team die Daumen drücken", eine eigene Verabschiedung pro Folge. „Man fühlt sich abgeholt“, war das Feedback der Azubis. Genau das war das Ziel.
Mein Fazit nach diesem Piloten: Gute interne Kommunikation gibt heute weniger Antworten auf „Wo finde ich was?" – und dafür mehr Orientierung.
Mich interessiert: Wo verlieren deine Leute gerade den Überblick? Und was würde sich ändern, wenn ihr sie ein Stück an die Hand nehmt?
Viele Grüße,
Über Andrea: Andrea Holstein ist Head of Corporate Communications beim inhabergeführten Leichtbauspezialisten Mubea (Muhr und Bender), der mit rund 17.200 Mitarbeitenden an 70 Standorten weltweit aktiv ist. Mit ihrem Team verantwortet sie die globale Plattform WE@Mubea und treibt den Einsatz von KI in der internen Kommunikation voran – zuletzt mit einem KI-generierten Podcast, der Inhalte nicht nur zusammenfasst, sondern im Unternehmenskontext einordnet. Sie hat einen MBA in Communication & Leadership und teilt ihre Erfahrungen regelmäßig als Speakerin, u. a. auf der VOICES.
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