… kennt das Gefühl, wenn auf einmal alles zu viel wird.
Hallo IKone-Abonnent*in,
kennst du das Gefühl auch?
Das wäre auch kein Wunder, bei dem, was in letzter Zeit so alles um uns herum geschieht. Und dazu kommt die Angst, weitere Herausforderungen nicht mehr bewältigen zu können.
Die gute Nachricht vorweg: Du und ich sind damit nicht alleine. Das zeigt eine Studie des Centre for Strategic Communication Excellence. 48 % der befragten Kommunikator*innen haben erwogen, ihren Beruf aufzugeben, um ihr geistiges Wohlbefinden zu schützen. Zwei Drittel haben sich außerdem seit Beginn der Pandemie wegen ihres psychischen Wohlbefindens freigenommen. Vor allem interne Kommunikator*innen sind das Bindeglied zwischen Management und Mitarbeiter*innen – und damit oft auch ein Puffer. Sie müssen die Botschaften des Managements verstehen und diese dann effektiv und ansprechend kommunizieren. Gleichzeitig müssen sie aber auch die Stimmung der Belegschaften kennen und die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen wahrnehmen.
Um mit diesen steigenden Herausforderungen klarzukommen, bietet sich das Konzept der Resilienz an. Ich spreche hier aber nicht von einer Fähigkeit oder Eigenschaft, die wir einfach erlernen können. Wenn ich von Resilienz spreche, dann meine ich den psychologischen Prozess der Bewältigung und Anpassung an schwierige oder herausfordernde Situationen. Dabei geht es um den Erhalt und die Förderung der Gesundheit in Stressphasen – und dazu gehört auch die psychische Gesundheit. Und darum, sich darüber klar zu sein, was Stress verursacht:
Interne Stressoren sind erziehungsbedingt und fördern die Wahrnehmung von Situationen oder Menschen als belastend (z. B. zu hohe Anforderungen oder Erwartungen, unerfüllte Wünsche, geringe Belastbarkeit).
Externe Stressoren sind alltägliche Situationen, die wir als unangenehm oder bedrohlich empfinden (z. B. Lärm, Klima, Wartezeiten, Sorgen, Krankheiten, Schmerzen, Langeweile, Kritik).
Psychisch-mentale Stressoren sind solche, die wir als psychische Belastung empfinden (z. B. Über- oder Unterforderung, Leistungsdruck, Zeitdruck, Konkurrenzdruck).
Soziale Stressoren entstehen in unserer Beziehung zu unserem Umfeld (z. B. isoliertes Arbeiten, negative Arbeitsatmosphäre, Mobbing oder Mobbing am Arbeitsplatz).
Wenn uns solche Stressfaktoren in ungewohnten Situationen oder in Zeiten der Veränderung, Not und Krise treffen, schalten wir auf erlernte Denkmuster und Verhaltensweisen um, die wir für angemessen halten – eine Art Autopilot. Doch meistens löst dieses Verhalten die Krise nicht, weil wir reagieren, statt vorausschauend zu handeln. Wir geraten in Panik und scheinen die Kontrolle zu verlieren.
Resilienz ist Prozess, Haltung & Erkenntnis
Prozess: Resiliente Menschen entwickeln ein realistisches Bild ihrer Fähigkeiten. Sie sind sich ihrer Stärken und Schwächen sowie ihres Verhaltens, ihrer Emotionen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen sowohl in stressfreien als auch in stressigen Momenten bewusst. Dieses Bewusstsein kann helfen, Hindernisse zu überwinden und schwierige Zeiten zu überstehen.
Haltung: Wir sind nicht immer in der Lage, unsere Herausforderungen alleine zu meistern. Indem wir unsere Fähigkeiten kennen, wissen wir auch, welche Schwächen und Defizite wir haben und können einschätzen, ob – und wann – wir Hilfe von anderen benötigen, um unsere Gesundheit zu erhalten oder Not zu überstehen.
Erkenntnis: Wir lernen zu reflektieren, unsere Fähigkeiten einzuschätzen und zu wissen, welche Ressourcen uns zur Verfügung stehen, um gesund zu bleiben und Stresszeiten zu überstehen. Wenn wir über eine überstandene Krise nachdenken, erfahren wir, was zu dieser Krise geführt hat, wie wir verschiedene Reize wahrgenommen und verarbeitet haben, und sehen auch, was wir brauchten, um damit fertig zu werden.
Wenn wir also die Anforderungen und Herausforderungen des täglichen Lebens bewältigen können, um fundierte Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen, dann sind wir auch eher in der Lage, mit Stress und Belastungen umzugehen. Ich habe dazu 6 Faktoren zusammengetragen, die uns besonders bei der Bewältigung von Stress helfen. Diese findest du auf diesem Blogartikel.
Fazit
So sehr uns Resilienz dabei hilft, Wege aus einer Krise zu finden, so wichtig ist es auch, die Ursachen von Stresssituationen zu analysieren und die kulturellen und strukturellen Probleme innerhalb der Organisation zu identifizieren. So hat mir die Auseinandersetzung mit Resilienz dabei geholfen, besser auf mich selbst zu hören und mein Verhalten zu beobachten – insbesondere in Interaktion mit meiner Umgebung.
Resilienz hilft mir aber auch, zu verstehen, dass ich Herausforderungen nicht alleine bewältigen muss. Es ist in Ordnung, um Hilfe zu bitten und zu signalisieren, wenn mir etwas zu viel wird.
Und deshalb: Pass auf dich auf, gönn dir Pausen und nimm dir Zeit für das Reflektieren.
Liebe Grüße
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🎓 Blog: Auch Carsten Rossi hat zuletzt in seinem Blogartikel „ICH BIN NICHT WICHTIG" über seine persönliche Resilienz-Schwelle, was das Altern betrifft, geschrieben. Von ihm kommt übrigens auch die nächste IKone-Ausgabe! Ich bin schon gespannt!
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