vor Kurzem ging es in unserem „Technostress“-Webinar um den Einfluss von Technostress auf unseren Arbeitsalltag. Als Mitarbeiterin in einem SaaS Unternehmen muss ich mir selbst täglich Grenzen setzen, um zu vermeiden, dass zu viele Informationen gleichzeitig über mich hereinbrechen und um mich eben diesem Stress nicht zu sehr auszusetzen.
Wie ich das mache? Hier kommt meine Bewältigungsstrategie:
Blocker helfen gegen Blockaden
Damit meine ich zeitliche Blocker in meinem Kalender.
Ich selbst gönne mir davon mindestens einen pro Tag, für etwa zwei Stunden. Und bevor du fragst – meine Mittagspause gehört nicht dazu! Die Blocker sind deutlich in meinem Kalender markiert und alle meine Kommunikationskanäle stehen zu dieser Zeit auf „abwesend“.
Wofür ich diese Zeitfenster nutze?
Fokussiertes Arbeiten an einem spezifischen Projekt, wie z. B. dem Entwurf dieser Ausgabe der IKone.
Eine kleine Auszeit an der frischen Luft, wenn möglich ohne irgendein Gerät, um im Hier und Jetzt zu sein. Klar, Musik oder Podcasts können durchaus beim Abschalten helfen, aber im Endeffekt sind sie Technik und bringen vielleicht sogar Themen in mein Ohr, die mich unterbewusst in anderen Bereichen stressen.
Wenn meine Gedanken an der frischen Luft zu Arbeitsthemen abdriften, dann zähle ich das auch ganz klar zu meiner Arbeitszeit. Manchmal kommen die besten Ideen einfach, wenn ich NICHT am Schreibtisch sitze. Dazu gehören zum Beispiel auch das Joggen oder Schwimmen für mich. Ich habe während des Laufens bereits ganze Präsentationen im Kopf überarbeitet oder mir ist auf einmal ein potenzieller Lösungsansatz für ein Problem eingefallen.
Arbeit auf der Matte, sprich Yoga oder Pilates. OK – diese Sessions werte ich tatsächlich als Pause, denn dann liegt mein Fokus komplett auf meinem Körper und meinem Atem. Der Rest bleibt außerhalb des Mattenrandes. Ich schätze es als Luxus, solche Pausen in meinen Arbeitsalltag einbauen zu können. Es ist für meinen Körper und Geist viel effektiver als den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen, um am Abend noch schnell eine Fitnesseinheit zu absolvieren.
Du hast einen Blocker mit diesen Blockern?
Alles schön und gut, findest du, aber es funktioniert für dich nicht?
Dann habe ich ein paar Fragen an dich:
Kommunizierst du klar und deutlich, dass du in dieser Zeit nicht verfügbar bist?
Gibt es einen Grund, warum jemand in dieser Zeit eine kurzfristige Antwort von dir erwarten könnte? Wenn ja, wie werden diese Erwartungen geschürt?
Was ist das Schlimmste, das während deiner Abwesenheit passieren könnte? – Meine Devise lautet stets: solange keiner stirbt oder im Gefängnis landet, lässt sich alles regeln.
Stell dir vor, du müsstest in dieser Zeit wegen einer Wurzelbehandlung zum Zahnarzt. Dir wäre die Welt vollkommen egal und deine Abwesenheit völlig gerechtfertigt, oder? Das gleiche Prinzip gilt für Fokusblocker ohne Zahnarztstuhl! Insofern deine Abwesenheit eingeplant, gut kommuniziert und deine Arbeit am Ende der Woche erledigt ist, sind falsche Erwartungen an deine Verfügbarkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dir zuzuschreiben.
Ab in die nächste App
Zum Schluss noch mein persönliches Dilemma: ich arbeite für einen App-Anbieter. Wo glaubst du, halte ich mich in meiner Freizeit am meisten auf? Richtig – in anderen Apps wie Instagram, TikTok, Vinted – die Liste ist lang.
Nun habe ich diesen Sommer jedoch eine App für mich entdeckt, die mir hilft, mein Handy komplett wegzulegen. Die Forrest – App vereint sozusagen das Farmville-Prinzip mit Screentime-Kontrolle. Ich kann festlegen, über welchen Zeitraum ich ein neues Bäumchen wachsen lassen will und darf erst wieder am Handy aktiv sein, wenn er ausgewachsen ist. Falls ich mich nicht daran halte, verwelkt das Bäumchen. In meinem Wald stehen mittlerweile 50 Bäume. Während diese gewachsen sind, habe ich 9 Bücher gelesen, viele leckere Mahlzeiten gekocht oder vielleicht einfach nur aus dem Fenster gestarrt und geträumt.
Also los – gönn dir auch ein paar Blocker in deinem Kalender!
Was IKonen jetzt nicht verpassen dürfen:
🖥 Webinar: Dem Thema Technostress sind wir auch in einer zweiten Webinar-Runde noch einmal begegnet, mit meinem Kollegen Sebastian, der neue interessante Impulse gegeben hat.
📝 Kurs: Mein Kollege Ralf hat sich die letzten Monate Zeit genommen, einen Resilienz-E-Mail-Kurs für interne Kommunikator*innen zu gestalten. Hier kannst du dich zu dem Kurs einschreiben.
🙇♀️ Blog: Alles zum Thema Resilienz, Stress & Belastungen am Arbeitsplatz kannst du gerne noch hier in unserem Blogartikel nachlesen.
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